Titel:Die Juden
Von:Gotthold Ephraim Lessing
Mit:Ronny Tomiska, Marko Schmidt, Boris Jacoby, David Bennet, Axel Werner, Judith Strößenreuter, Therese Affolter
Regie:Gerorg Tabori
Wo:Berliner Ensemble
Weiteres:
Das Theater im Internet:http://www.berliner-ensemble.de
Rezensent:Helmut Cziharz
Kontakt:redaktion@rezension.net
Quelle:Rezension.net, www.rezension.net
 

Schau ich mir die Juden an; hab ich wenig Freude dran; Fallen mir die andern ein; Bin ich froh ein Jud zu sein (Albert Einstein)

Lustiger Humanismus vorgespielt im Berliner Ensemble

 
Im wunderschönen Berliner Ensemble wird z.Zt. das Lustspiel “Die Juden” aufgeführt, welches Gotthold Ephraim Lessing im Jahre 1749 verfaßte.

In diesem Lustspiel in einem Aufzuge wird zunächst ein Baron von zwei Gaunern überfallen. Die beiden Halunken haben sich als Juden maskiert um den Verdacht in eben diese gewünschte Richtung zu lenken. Ein junger Reisender eilt dem Baron zu Hilfe. Die beiden Spitzbuben fliegen nun feige. Der Baron nötigt den Reisenden wenigtstens für eine Nacht zu bleiben. Der Reisende, sehr feinfühlig differenzierend in moralischen Dingen wie auch in Anstands- und Umgangsformen will dem Baron, welcher sich widerum dankbar und wohlttätig zeigt, nicht länger mit seiner Anwesenheit wie auch mit der Anwesenheit seines Dieners belasten. Daher befiehlt er seinem Diener sobald die Koffer zu packen. Doch das Töchterchen des Baron ist sehr angetan vom hübschen und tapferen Fremden. So überredet sie mit raffiniert-weiblichen Geschick den Fremden doch noch länger zu bleiben. Auch der Baron ist sehr beeindruckt vom rätselhaften Fremden und fördert so die Tandeleien seines Töchterchens, doch will er wissen, wer der Fremde wohl sei. So beauftragt er die listige, resolute Lisette den Diener des Reisenden auszufragen. Zwischenzeitlich drängen sich die beiden Gauner dem fremden Gast auf und stehlen dessen silberne Schnupftabackdose. Diese wird an Lisette verschenkt. Lisette widerum versucht damit den Diener des geheimnisvollen Gastes zu bestechen um die Identität des Fremden zu erfahren. Doch der Diener weiß nichts. Da dieser aber den Wert der silbernen Dose sehr schnell erkennt, tischt er nun eine Lügengeschichte, ja eine richtige Tyrannenmord-Geschichte auf. Der Diener, weil ahnungslos, zeigt seinem Herren die Dose und klärt diesem auch über seine eigene Lügengeschichte auf.
Nun spitzt sich die Handlung der Komödie nach klassischem Strickmuster regelrecht zu. Der Fremde erklärt dem Baron seinen Verdacht bezüglich der beiden Halunken,besonders des einen, der sogar Vogt beim Baron ist. Der Baron läßt die beiden Strolche festnehmen.
Bei einem Picknick im Grünen bietet der Baron dem Fremden seinen Besitz und seinee Tochter zur Braut an. Der Fremde erklärt nun, daß er dies nicht annehmen kann, denn er sei ein Jude. Er bittet aber alle seine Picknick-Teilnehmer in Zukunft nicht so schlecht über sein Volk und seine Religion zu reden.

Rollen, Besetzung

Michel Stich, Ronny Tomiska
Martin Krumm, Marko Schmidt
Ein Reisender, Boris Jacoby
Christoph, dessen Bedienter, David Bennet
Der Baron, Axel Werner
Ein junges Fräulein, dessen Tochter, Judith Strößenreuter
Lisette, Therese Affolter

Inszenierung, Gerorg Tabori
Bühne, Etienne Pluss
Kostüme, Margit Koppendorfer
Musik, Hans-Jörn Brandenburg
Dramaturgie, Hermann Beil
Regieassistentin, Janina Browatzki
Bühnenbildassistent, Alexander Schulz
Kostümassistentin, Wicke Naujoks
Dramaturgieassistentin, Nora Giese
Inspizient, Harald Boegen
Souffleuse, Eva-Maria Böhm
Hospitant(Kostüm), Eliseu Weide

Wer ein hübsches Theater sehen will, wer einmal herzhaft lachen will, wer Schauspieler sehen will, welche ihr Spiel mit Liebe und vollem Einsatz aufführen, dem sei dieses Lustspiel wärmstens empfohlen. Dabei wird zudem auf unaufdringliche Weise wertvolles humanistisches Kulturgut vermittelt.
 
Letzte Änderung:2005-02-09
Bewertung:
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