 |  | | Originaltitel: | Confidences trop intimes |  | | Deutscher Titel: | Intimer Fremder | | Land: | Frankreich | | Jahr: | 2003 | | Regie: | Patrice Leconte | | Mit: | Sandrine Bonnaire, Fabrice Luchini | | Buch: | | | Produzent: | | | Kamera: | | | Musik: | | | Dauer: | 104 Minuten | | Der Film im Internet: |
| | Die Produktionsfirma im Internet: | | | Kinostart: | 0000-00-00 | | Rezensent: | Stefanie Weiss | | Kontakt: | redaktion@rezension.net | | Quelle: | Rezension.net, www.rezension.net
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| Strangers im Büro | Ein schweres Psychodrama aus dem Land der leichten Leidenschaft | | | Wie in einem guten, alten Triffault-Film üblich, beginnt auch Regisseur Patrice Leconte mit den Beinen einer Frau. Das kann nie falsch sein. Die Extremitäten gehören Sandrine Bonnaire und sie begibt sich damit in die Praxis eines Psychoanalytikers in Paris. Nun entwickelt die Schauspieler ein Psychodrama par excellence, das einer Verwechslungskomödie gleicht, jedenfalls am Anfang. Denn der vermeintliche Seelenklemptner entpuppt sich schon nach drei Sitzungen als blasser Steueranwalt. Doch die Sitzungen gehen weiter und Bonnaire entblöst nicht nur ihre Beine, gewährt tiefe Einblicke in ihr Dekoltee, sondern entblättert ihre intimsten Geheimnisse. Das ganze Programm aus Liebe, Sex und Zärtlichkeiten. Die beiden kommen sich so nahe, wie oftmals Eheleute nicht. Und so gewinnt auch unser Altherren-Anwalt, Krawatten- und Anzugträger an Fröhlichkeit, Farbe und juveniler Frische.
Inmitten des biederen Büros Blicke, Gesten, "ein sehr intimer Rahmen, in dem man die Seele erforscht", weiß Leconte, der den Film in chronologischer Reihenfolge abgespielt hat und preisgibt, daß man keinen Film machen könne, "der nicht etwas von einem anderen Film hat". Aber sehen sie selbst.
Auch, daß die unbekannte Schöne sein soll wie Frauen nun einmal sein sollen: geheimnisvoll. Dieses Geheimnis versucht der vom Theater kommende Fabrice Luchini in der Rolle des alleinstehenden Anwalts zu ergründen. Das Geheimnis einer anfangs finsteren Ehefrau, die sich auch äußerlich erhellt. So hat die Verkäuferin einer Boutique mal etwas kindlichen mit Zauber und Magie, auch mal etwas perverses, was nicht einfach war, zu spielen, und am Ende ist sie wieder die Tänzerin im Ballett, die aus der Enge der französischen Metropole in die leiche Sommerfrische der azurblauen Mittelmeerküste zieht. Ihr Zuhörer, der sich in sie bis über beide Ohren verknallt hat, reist ihr hinterher.
Das ist schön. Schön auch, daß der Kinofilm ganz ohne diese us-amerikanische Knutscherei auskommt. Confidences trop intimes ist halt eine französische Produktion. Und das ist gut so. | | | | Letzte Änderung: | 2004-12-18 | | Bewertung: |     | |  |  | |